Unser Profil
Wir sind eine interdisziplinäre Gruppe, die Fachwissen aus den Bereichen Molekularbiologie und Genetik, organische und physikalische Chemie, künstliche Intelligenz sowie Politikwissenschaft vereint. Unsere Forschung konzentriert sich auf wissenschaftliche und technologische (W&T) Entwicklungen in der Biologie, Biotechnologie und Chemie, die für die Abrüstung und Nichtverbreitung chemischer und biologischer Waffen (CBW) relevant sein könnten. Wir beobachten Trends und spezifische Technologien, einschließlich KI-basierter Technologien, und analysieren diese sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus politischer und rechtlicher Perspektive. Wir untersuchen potenzielle Sicherheitsrisiken und Herausforderungen, die sich aus ausgewählten W&T-Entwicklungen ergeben, sowie Möglichkeiten zur Stärkung der Abrüstung, Nichtverbreitung und Sicherheit im Bereich CBW. Die Gruppe ist zudem Teil der PRIF-Forschungsgruppe „Biologische und chemische Abrüstung und Sicherheit“.
Unser Forschungsgebiet
Unterstützt unter anderem durch künstliche Intelligenz haben Biologie, Biotechnologie und Chemie rasante Fortschritte gemacht und zahlreiche positive Entwicklungen hervorgebracht, unter anderem für die Prävention, Erkennung und Behandlung von Krankheiten sowie für industrielle Anwendungen. Gleichzeitig bergen einige Forschungsaktivitäten das Risiko, missbraucht zu werden, um neue biologische und toxische Waffen zu entwickeln oder leichteren Zugang zu bekannten biologischen und toxischen Kampfstoffen zu erlangen. Biologische und toxische Waffen sind durch das Übereinkommen über biologische Waffen und Toxinwaffen (BTWC) von 1972 und das Chemiewaffenübereinkommen (CWC) von 1993 umfassend verboten. Ihr Einsatz ist zudem durch das Genfer Protokoll von 1925 und nach dem Völkergewohnheitsrecht untersagt. Die Umsetzung und Durchsetzung dieser Verbote steht jedoch vor anhaltenden Herausforderungen, darunter Vertragsverletzungen wie der Einsatz chemischer Waffen in Syrien und der Ukraine, Desinformation im Zusammenhang mit Aktivitäten im Bereich chemischer und biologischer Waffen sowie Lücken bei den Überprüfungs- und Ermittlungsfähigkeiten. Hinzu kommen unzureichend regulierte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit Dual-Use-Potenzial. Starke Schnittstellen des Fachgebiets mit Fragen der öffentlichen Gesundheit sowie aktuelle globale geopolitische Spannungen und internationale Sicherheitsdynamiken erschweren die Bemühungen zur Stärkung der Nichtverbreitung und Abrüstung chemischer und biologischer Waffen zusätzlich.
Unsere Forschungsthemen
Im Rahmen unserer Forschung beobachten wir relevante wissenschaftliche und technologische Entwicklungen; wir analysieren ausgewählte Technologien hinsichtlich ihres Dual-Use-Potenzials; wir ermitteln mögliche technische Sicherheitsvorkehrungen und Governance-Strategien für diese Technologien, um deren Risiken zu minimieren und die chemische und biologische Sicherheit zu verbessern; und wir entwickeln wissenschaftlich fundierte politische Optionen zur Unterstützung der Abrüstung und Nichtverbreitung von chemischen und biologischen Waffen, insbesondere in den Bereichen Erkennung, Untersuchung und Verifikation. Hier arbeiten wir mit dem vom PRIF geleiteten CBWNet-Projekt zur Einhaltung und Durchsetzung von CBW-Normen zusammen. Einzelne Projekte der Forschungsgruppe CNTR konzentrieren sich auf:
- Sicherheitsrelevante KI-Anwendungen in den Bereichen Biodesign, Proteindesign und Chemie
- Gentechnische Zuordnung im Kontext von Diskussionen zur Verifikation des BWÜ
- Erkennung und Identifizierung bekannter und unbekannter toxischer chemischer Verbindungen und Substanzen
- Wissenschaftliche und technologische Entwicklungen im Zusammenhang mit Untersuchungen zum mutmaßlichen Einsatz von CBW