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Alva Myrdal Centre Konferenz 2026

Bild von CNTR & VeSPoTec Forscher*innen
Fortschritte in der nuklearen Verifikation durch Innovation und Zusammenarbeit

Das Alva-Myrdal-Zentrum für nukleare Abrüstung der Universität Uppsala veranstaltete vom 10. bis 12. Juni 2026 seine jährliche interdisziplinäre Konferenz, bei der Expert:innen kritische Fragen der nuklearen Abrüstung, Verifikation und aufstrebenden Technologien diskutierten. Unter dem diesjährigen Motto „Building Blocks for Disarmament“ nahmen Sarah Friedrich, Benjamin Jung, Laura Mertes, Robin Möser, Yan-Jie Schnellbach und Fabian Unruh von CNTR zusammen mit Kolleg:innen des VeSPoTec-Projekts, Kim Westerich-Fellner (FZ Jülich), und Julian Schäfer (RWTH Aachen) teil. Robin Möser, Fabian Unruh und Yan-Jie Schnellbach präsentierten ihre Forschung in zwei verschiedenen Panels, während Sarah Friedrich ein Poster vorstellte.

Fabian Unruh und Yan-Jie Schnellbach nahmen am Panel 5B teil, das von Grant Christopher (Co-Programme Director, VERTIC) geleitet und von Julien de Troullioud de Lanversin (Assistant Professor, Hong Kong University of Science and Technology) mitveranstaltet wurde. Das Panel widmete sich innovativen Ansätzen zur nuklearen Überwachung und Verifikation und umfasste folgende Vorträge:

  • Cecilia Gustavsson (Universität Uppsala) und Fabian Unruh (CNTR/PRIF) präsentierten ihre vergleichende Studie „Leveraging Operational Records for Verification: A Comparative Study of Heterogeneity and Commonalities in Nuclear Reactor Archives“. Ihre Forschung analysierte Archive des deutschen Forschungsreaktors MZFR und des schwedischen Kernkraftwerks Ågesta und identifizierte Herausforderungen bei der Verallgemeinerung von Verifikationsmethoden für Reaktorarchive. Die Studie trägt zur Entwicklung robuster Werkzeuge für die nukleare Verifikation bei, indem sie die Heterogenität historischer Reaktordaten adressiert.
  • Sofia Brander (Bundesamt für Strahlenschutz, BfS) sprach über „Atmospheric Krypton-85 Measurements and Their Value in Monitoring Plutonium Reprocessing“. Ihr Vortrag zeigte auf, wie Krypton-85-Emissionen aus Wiederaufbereitungsanlagen durch atmosphärische Überwachung erkannt werden können. Anhand von Daten aus dem Edelgaslabor des BfS in Freiburg demonstrierte sie, wie historische und aktuelle Messungen zur Rekonstruktion vergangener Plutoniumproduktion und zur Identifizierung laufender Wiederaufbereitungsaktivitäten durch atmosphärische Transportmodellierung beitragen können.
  • Yan-Jie Schnellbach (CNTR/PRIF) stellte „nuSENTRY: Antineutrino-Based Reactor Monitoring for Future SMR Facilities“ vor. Seine Forschung untersuchte das Potenzial der Antineutrino-Detektion als Überwachungsinstrument für kleine modulare Reaktoren (SMRs). Durch die Kombination von OpenMC-basierten Reaktorsimulationen und GEANT4-basierten Detektionsmodellen untersucht das nuSENTRY-Projekt, wie Antineutrino-Emissionen direkte Einblicke in die Reaktorleistung und Isotopenzusammensetzung liefern können, um den Herausforderungen neuer Reaktortechnologien und Einsatzszenarien zu begegnen.

Das Panel betonte die Bedeutung innovativer Verifikationsmethoden, um der sich wandelnden Landschaft nuklearer Technologien gerecht zu werden. Von der Archivanalyse über die atmosphärische Überwachung bis hin zur Antineutrino-Detektion zeigten die Diskussionen den Bedarf an anpassungsfähigen und zuverlässigen Safeguards, um Transparenz und Compliance in der nuklearen Abrüstung zu gewährleisten.

Ein zweites Panel mit Robin Möser zum Thema „Verification systems: reflections and evolving approaches“, geleitet von Dylan Spaulding (Senior Scientist, Union of Concerned Scientists), untersuchte die epistemischen und gesellschaftlichen Dimensionen der nuklearen Verifikation.

  • Julian Schäfer (RWTH Aachen) präsentierte „Verification as Forming and Performing of Knowledge Infrastructures“. Seine Arbeit nutzte das Konzept der Wissensinfrastuktur, um zu analysieren, wie Wissen in Verifikationsregimen gesammelt, stabilisiert und ausgehandelt wird, mit Fallstudien zum CTBT und NPT.
  • Robin Möser (CNTR/PRIF) diskutierte „Societal Verification and Nuclear Proliferation: Opportunities and Challenges of an Alternative Approach to Verification“. Sein Vortrag erforschte, wie öffentliche Beteiligung, Open-Source-Daten und gesellschaftliches Engagement traditionelle Verifikationsmethoden ergänzen können – insbesondere vor dem Hintergrund des Erosions von Rüstungskontrollabkommen.

Weitere Informationen sind auf der Webseite des Konferenzprogramm vorzufinden.

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