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Wege zur Abrüstung in Zeiten Nuklearer Abschreckung

Einführungsfolie der Power Point Präsentation von Fabian Unruh zu Nuklearer Archäologie.

Einführung von Fabian Unruh's Präsentation zu Nuklearer Archäologie.

Fabian Unruh, Laura Mertes, Lukas Rademacher und Luis Pazos Clemens auf der AMC Cross-Disciplinary Conference 2025

Am 12. und 13. Juni fand die vierte jährliche interdisziplinäre Konferenz des Alva Myrdal Centre for Nuclear Disarmament an der Uppsala Universität in Schweden statt. Die Konferenz dient als Plattform für den Austausch und die Diskussion von Forschung, Ideen und Erfahrungen im Bereich der nuklearen Abrüstung. Sie vereint Erkenntnisse aus den Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften und anderen akademischen Bereichen sowie Perspektiven aus der praktischen Erfahrung von über hundert teilnehmenden Forscher*innen. An der diesjährigen interdisziplinären Konferenz des AMC mit über 30 Podiumsdiskussionen und Präsentationen nahmen Fabian Unruh, Laura Mertes, Lukas Rademacher und Luis Pazos Clemens für das CNTR teil.

An der Podiumsdiskussion über Nukleare Archäologie nahmen Fabian Unruh und die affiliated researcher von CNTR Benjamin Jung und Max Schalz teil. Fabian Unruh präsentierte seine Forschung zur „Überprüfung der Betriebsgeschichte von Kernreaktoren mit Archivaufzeichnungen in der nuklearen Archäologie“. Die meisten Kernreaktoren sind von Natur aus mit der Plutoniumproduktion verbunden, was die Rekonstruktion ihrer Betriebsgeschichte für die nukleare Verifikation entscheidend macht. Während sich die nukleare Archäologie hauptsächlich auf forensische Messungen konzentriert, ist das Potenzial der Nutzung bestehender Reaktorarchive weitgehend unerforscht. Eine Studie, die die Archive des Mehrzweckforschungsreaktors Karlsruhe (MZFR), einem für zivile Zwecke genutztem Forschungsreaktor in Deutschland, nutzt, demonstriert einen dreistufigen Ansatz für Verifikationsübungen. Dieser umfasst die Überprüfung der Daten auf Relevanz und die Bewältigung von Herausforderungen wie fehlende Informationen, die Überprüfung der Selbstkonsistenz von Archivdaten mit statistischen Methoden und die Bewertung der Sensitivität zur Erkennung nicht deklarierter Reaktorbetriebe. Die Analyse erwartet, dass die meisten dokumentierten Messungen physikalisch korreliert sind, was Inspektoren ermöglicht, Betriebsperioden zu verifizieren und heimliche Materialumleitungen zu verhindern. Diese Methode, angewendet auf die MZFR-Archive, dient als Ausgangspunkt für die Rekonstruktion der Betriebsgeschichten von für zivile Zwecke verwendete Kernreaktoren unter Verwendung von Archivdaten.

Am zweiten Tag nahm Laura Mertes an einer Podiumsdiskussion über spaltbares Material teil und präsentierte ihre Forschung über „Plutoniumproduktion des chinesischen schnellen Brüterreaktors“. Da China sein Kernenergieprogramm mit schnellen Brüterreaktoren wie dem CFR-600 ausbaut, um die Abhängigkeit von Kohle zu verringern, wirft dies Bedenken hinsichtlich möglicher militärischer Anwendungen angesichts des wachsenden chinesischen Nuklearwaffenprogramms auf, das eng mit seiner Produktion von spaltbarem Material verbunden ist.

Während der Posterpräsentationen hatten Lukas Rademacher und Luis Pazos Clemens ebenfalls die Gelegenheit, ihre Forschungsthemen mit einem breiten Publikum zu diskutieren. Die vorgestellten Forschungsthemen waren:

  • Einzigartigkeit von Neutronensignaturen von Atomwaffen (Luis Pazos Clemens)
  • Unterscheidung zwischen Plutonium- und Tritium-Produktionsmodi unter Verwendung der Nuklearen Archäologie (Lukas Rademacher)

Die Konferenz gipfelte in einer Grundsatzrede von Izumi Nakamitsu, der Untergeneralsekretärin und Hohen Vertreterin des Büros der Vereinten Nationen für Abrüstungsfragen.

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