Neue Arten von Kernkraftwerken – mit modularen Kleinreaktoren und alternativen Reaktorkonzepten – werden als potenzielle Stromquellen mit geringem CO₂-Ausstoß zur Ergänzung der erneuerbaren Energien angesehen. Diese neuen Konzepte zielen darauf ab, die traditionellen großen Kernkraftwerke durch kleinere Anlagen zu ersetzen, in denen Cluster von Kleinreaktoren untergebracht sind. Eine etwaige Umsetzung wird aufgrund der Logistik für die Überwachung von mehr Standorten, der für eine höhere Brennstoffanreicherung erforderlichen Infrastruktur und der technologischen Herausforderungen für die Überprüfung des Betriebs von Kompaktreaktoren zu neuen Herausforderungen für die nukleare Sicherung sowie Kernmaterialüberwachung führen. Darüber hinaus könnten diese neuen Brennstoffe auch zu wirtschaftlichen Abhängigkeiten führen, insbesondere wenn die Produktionskapazitäten noch im Aufbau sind. Da diese Technologie jedoch noch immer aktiv beforscht und entwickelt wird, besteht die Möglichkeit, diese Bedenken durch die Entwicklung von Verifikationstechniken und die Einbeziehung von Sicherungsvorkehrungen und Kernmaterialüberwachung in die Konstruktion neuer Kraftwerke auszuräumen.
Bibliographische Angaben
Schnellbach, Y.-J. (2025). Neue Reaktorgenerationen und internationale Sicherheit. In: Göttsche, M.; Reis, K. & Daase, C. (Hrsg.). Neue Realitäten in der globalen Sicherheit durch KI. CNTR Monitor – Technologie und Rüstungskontrolle 2025. PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung
Autor*in
Yan-Jie Schnellbach