Obwohl das nordkoreanische Atomprogramm Gegenstand umfangreicher Untersuchungen war, sind Schätzungen über die Bestände an spaltbarem Material weiterhin mit großen Unsicherheiten behaftet. In potenziellen zukünftigen Abrüstungsvereinbarungen könnten Inspektoren möglicherweise Methoden der nuklearen Archäologie anwenden müssen, um eine nordkoreanische Erklärung zu spaltbarem Material zu überprüfen oder Vertrauen darin zu gewinnen. Diese Studie untersucht die mögliche Nützlichkeit einer auf Bayes’scher Inferenz basierenden Analyse der isotopischen Zusammensetzung von Wiederaufbereitungsabfällen, um die Betriebsgeschichte des 5-MW-Reaktors zu rekonstruieren und seine Plutoniumproduktionsgeschichte abzuschätzen. Wir simulieren verschiedene Szenarien, die unterschiedliche Annahmen und unterschiedliche Grade an Vorwissen über den Reaktor widerspiegeln. Die Ergebnisse zeigen, dass korrekte Vorannahmen bestätigt und falsche Vorinformationen (oder eine falsche Erklärung) erkannt werden können. Mit Hilfe von Modellvergleichstechniken lassen sich Szenarien mit unterschiedlicher Anzahl von Kernentladungen unterscheiden – eine Fähigkeit, die wichtige Erkenntnisse über die frühen Betriebsphasen des 5-MW-Reaktors liefern könnte. Mit diesen Techniken kann eine gewichtete Plutoniumschätzung berechnet werden, selbst in Fällen, in denen die Anzahl der Kernentladungen nicht mit Sicherheit bekannt ist.
Bibliographische Angaben:
Göttsche, Malte; Jung, Benjamin und Bosse, Johannes. “Reconstructing North Korea’s plutonium production history with Bayesian inference-based reprocessing waste analysis" Nuclear Engineering and Technology, 58(1), 01.2026.