CNTR Monitor 2025: Neue Realitäten in der globalen Sicherheit durch KI

Der CNTR Monitor untersucht den Boom der künstlichen Intelligenz und ihre Auswirkungen auf die globale Sicherheit. Open Access

Cluster Natur- und Technikwissenschaftliche Rüstungskontrollforschung

Wir erforschen Neue Technologien und Entwicklungen in den Naturwissenschaften aus interdisziplinärer Perspektive. Rüstungstechnische Innovationen, digitale Kriegsführung und Desinformation beeinflussen die Machtverhältnisse und sorgen für Unsicherheit. Um auf internationaler Ebene Rüstungskontrollimpulse zu setzen, ist es nicht nur wichtig, frühzeitig aufkommende Probleme zu identifizieren, sondern auch die technische Kompetenz zu besitzen. Deshalb ermitteln wir wissenschaftlich fundierte Grundlagen für Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Rüstungskontrolle.

Im Forschungs- und Transfercluster CNTR arbeiten daher Forschende der Natur- und Sozialwissenschaften eng zusammen. Wir sind am PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung, an der Technischen Universität Darmstadt und an der Justus-Liebig-Universität Gießen angesiedelt.

CNTR ist in drei Forschungsgruppen organisiert: 

Die drei Gruppen arbeiten gemeinsam an den Querschnittsthemen künstliche Intelligenz und Verifikation. Die natur- und technikwissenschaftliche Forschung wird durch den Forschungsbereich „Rüstungskontrollrecht“ ergänzt.

Seekabel in die Antarktis: Technologische Herausforderungen und geopolitische Auswirkungen der Anbindung der letzten Grenze des „Internet der Dinge“

Cover des Journals "Telematics & Informatics Report". Journalname auf schwarzem Hintergrund mit einem Netz aus Lichtpunkten, das über eine Stadt gespannt ist.
Artikel von Jonas Franken, Patrick Flamm & Christian Reuter (auf Englisch)

Die Antarktis ist nach wie vor der einzige Kontinent, der nicht an das globale Glasfasernetz angeschlossen ist und stattdessen auf kostspielige und begrenzte Satellitenkommunikation angewiesen ist. Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen von Projekten zum Bau von Unterseekabeln, die darauf abzielen, die Antarktis anzubinden. Während solche Projekte versprechen, die wissenschaftliche Forschung durch Verbindungen mit hoher Bandbreite und geringer Latenz zu revolutionieren, werfen sie zugleich tiefgreifende geopolitische, rechtliche und sicherheitspolitische Fragen auf. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Infrastrukturpolitik und zur Governance in den Polarregionen analysieren wir geplante Projekte unter den Gesichtspunkten von Autorität, Souveränität und Sicherheit. Die Analyse ergab, dass die bestehenden Rahmenbedingungen des Antarktisvertrags-Systems zwar eine einseitige Infrastrukturentwicklung mit begrenzter Aufsicht zulassen, die Verlegung von Datenkabeln jedoch neue Herausforderungen mit sich bringt. Dazu gehören Fragen des Eigentums und der behördlichen Kontrolle, der doppelte Verwendungszweck von Kabeln, die mit neuen Sensorfunktionen ausgestattet sind, sowie die geopolitischen Auswirkungen von Kabeltrassen, die mit Verbündeten verbunden sind, mit denen militärische oder nachrichtendienstliche Informationen ausgetauscht werden. In dem Papier wird argumentiert, dass diese Projekte das Gleichgewicht der Zusammenarbeit in der Antarktis verschieben könnten, je nachdem, wie transparent sie verwaltet werden und wie inklusiv der Zugang zu Bandbreite und Sensordaten gestaltet ist. Die Glasfaserverbindung verspricht zwar erhebliche Vorteile für die Klimaüberwachung und die wissenschaftliche Zusammenarbeit, birgt jedoch auch die Gefahr, das strategische Misstrauen zu vertiefen, und könnte das rechtliche und politische Gleichgewicht des Kontinents untergraben, wenn sie nicht koordiniert erfolgt.

Bibliographische Angaben:

Franken, Jonas; Flamm, Patrick & Reuter, Christian. “Subsea cables to Antarctica: Technological challenges and geopolitical implications of connecting the material internet’s last frontier" Telematics & Informatics Report, 22, Juni 2026.

Open Access Publikation

Aktuelle Publikationen

Seekabel in die Antarktis: Technologische Herausforderungen und geopolitische Auswirkungen der Anbindung der letzten Grenze des „Internet der Dinge“

Cover des Journals "Telematics & Informatics Report". Journalname auf schwarzem Hintergrund mit einem Netz aus Lichtpunkten, das über eine Stadt gespannt ist.
Artikel von Jonas Franken, Patrick Flamm & Christian Reuter (auf Englisch)

Die Antarktis ist nach wie vor der einzige Kontinent, der nicht an das globale Glasfasernetz angeschlossen ist und stattdessen auf kostspielige und begrenzte Satellitenkommunikation angewiesen ist. Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen von Projekten zum Bau von Unterseekabeln, die darauf abzielen, die Antarktis anzubinden. Während solche Projekte versprechen, die wissenschaftliche Forschung durch Verbindungen mit hoher Bandbreite und geringer Latenz zu revolutionieren, werfen sie zugleich tiefgreifende geopolitische, rechtliche und sicherheitspolitische Fragen auf. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Infrastrukturpolitik und zur Governance in den Polarregionen analysieren wir geplante Projekte unter den Gesichtspunkten von Autorität, Souveränität und Sicherheit. Die Analyse ergab, dass die bestehenden Rahmenbedingungen des Antarktisvertrags-Systems zwar eine einseitige Infrastrukturentwicklung mit begrenzter Aufsicht zulassen, die Verlegung von Datenkabeln jedoch neue Herausforderungen mit sich bringt. Dazu gehören Fragen des Eigentums und der behördlichen Kontrolle, der doppelte Verwendungszweck von Kabeln, die mit neuen Sensorfunktionen ausgestattet sind, sowie die geopolitischen Auswirkungen von Kabeltrassen, die mit Verbündeten verbunden sind, mit denen militärische oder nachrichtendienstliche Informationen ausgetauscht werden. In dem Papier wird argumentiert, dass diese Projekte das Gleichgewicht der Zusammenarbeit in der Antarktis verschieben könnten, je nachdem, wie transparent sie verwaltet werden und wie inklusiv der Zugang zu Bandbreite und Sensordaten gestaltet ist. Die Glasfaserverbindung verspricht zwar erhebliche Vorteile für die Klimaüberwachung und die wissenschaftliche Zusammenarbeit, birgt jedoch auch die Gefahr, das strategische Misstrauen zu vertiefen, und könnte das rechtliche und politische Gleichgewicht des Kontinents untergraben, wenn sie nicht koordiniert erfolgt.

Bibliographische Angaben:

Franken, Jonas; Flamm, Patrick & Reuter, Christian. “Subsea cables to Antarctica: Technological challenges and geopolitical implications of connecting the material internet’s last frontier" Telematics & Informatics Report, 22, Juni 2026.

Open Access Publikation

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